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Bielefeld - Legende oder Wahrheit?

So meine sehr verehrten Freunde, ich muss mich mal wieder entschuldigen, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe.

Nachdem ich ein paar sehr schöne Wochen bei meinen Eltern verbracht habe, habe ich nun mein Lager in Bielefeld aufgeschlagen, um dort mein vier wöchiges Praktikum an der Laborschule zu absolvieren. Was wusste ich bisher von dieser Stadt *grübel*? Eigentlich nichts, außer das es eine starke Ablehnung von Seiten einiger Münsteraner gibt und man oft hört:"Bielefeld? Das gibt es doch gar nicht!"

Sehr zu unrecht muss ich hier mal sagen, da diese Stadt eine schöne Altstadt hat und in meinen ersten Tagen hier einen sehr guten Eindruck macht. Besonders die Offenheit der Leute denen ich hier wie zufällig begegne hat mich sehr erstaunt. Gleich schon am Montag wurde ich von einer älteren Dame in Fachgespräch zur reißerrischer Literatur verwickelt, in dem meine ablehnene Haltung zum Roman Illuminati von Dan Brown (lesst lieber den richtigen Roman, "Illuminatus", da wird man wenigstens völlig verrückt, fragt mal Nico ) und alle weiteren Romane von ihm bestätigt wurde. Heute sprach mich ein älterer Herr mit grauem, mittel langen Haar an, als ich es mir in der schönen Nachmittagssonne mit einem Muffin, einem kleinen Cappuccino und meinem Buch vor dem "The Coffee Store" (Abklatsch von StarBucks) gemütlich gemacht habe. Er schien unteranderem unglaublich gern mittelalterliche Romane zu lesen und empfahl mir noch das ein oder andere Buch. Auf meine Frage, was bisher das ausgefallenste Buch war das er gelesen hat, sprach er von einem Buch, welches die Einleitung in einem Satz abhandelte (Überblick über die verschiedenen Kunstepochen) der aber über 15 Seiten ging. Ja ihr habt schon richtig verstanden ein Satz der sich über 15 Seiten erstreckte!!! Einfach nur noch verrückt!

Etwas später wurde ich dann noch von einem Päarchen an der Bushaltestelle angesprochen, wo der Junge mich bat doch mal kurz stehen zu bleiben. Daraufhin sagte er zu seiner Freundin: "Genauso sah der Typ aus Solaris aus. Na du weisst schon der Verrückte der die meiste Zeit vor dem Bildschirm hockt." Die Freundin schien sich trotzdem nicht an den Film zu erinnern, obwohl ich mir wirklich Mühe gab verwirrt zu schauen . Allerdings stieg auf der Rückfahrt in mir die Frage auf, ob mein Lehramtstudium schon zu sehr sich auf mich abfräbte und man mich jetzt auch schon mit verrückten Schauspielern verglich. Eigentlich müsste ich dann mit meiner Ausbildung fast fertig sein .

Nun die Uni in Bielefeld hat mich wirklich schockiert, da sie mich an verschiedensten Beschreibungen von SciFi Romanen erinnerte, wo eine apokalyptische Endzeitstimmung erzeugt wurde. Die Uni ist ein mindest zehnstöckiges, massives, geometrisches Bauwerk aus blankem Beton und Stahl. Mit dem Areal an Gewächshäusern vor der Uni, wirkt es vielmehr wie von der Außenwelt abgeschnittene Raumstation in die Minenarbeiter unter Vorspielung falscher Tatsachen angelockt wurden und nun zu niedrigst Löhnen ausgebeutet werden. Ich weis ich hab eine blühende Fantasie und ich will auch niemanden zu nahe treten der dort studiert, es gibt bestimmt gute Gründe dafür, aber ich finde diese ganzen Betonklassiker grausam.

Kurz noch zu der Laborschule in der ich bisher vier wunderbare Tage hatte, besonders interessant auch die Unterrichtsweise dort, da meine keine wirklichen Klassenräume hat und man zu jederzeit in jeden Unterricht rein sehen kann. Selbst die sepperaten Lehrräume in die man sich zurückziehen kann, sind von allen Seiten einsehbar. Gleich Anfang musste ich mit den Schüler in Englisch einen Zungenbrecher üben und damit will ich dann heute auch Schluss machen:

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5 Kommentare 17.8.06 22:49, kommentieren